Dienstag, 1.4.2025 11:04 | Digitale Inkompetenz enwor / STAWAG Aachen prellt Besitzer von Fotovoltaikanlagen seit Januar 2025 um die Einspeisevergütung

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Kein Aprilscherz

enwor / STAWAG Aachen prellt Besitzer von Fotovoltaikanlagen seit Januar 2025 um die Einspeisevergütung

enwor / STAWAG Aachen prellt Besitzer von Fotovoltaikanlagen seit Januar 2025 um die Einspeisevergütung - Bild KI genieriert mit Leonardo.AI

Es ist nur ein Zufall, dass ich diesen Blogbeitrag am 01.04.2025 verfasse. Bekanntermaßen haben die Versorger enwor und STAWAG am 01.10.2024 fusioniert. Dabei ist wohl „etwas“ untergegangen, die Kunden- und Anlagendaten für die Fotovoltaikanlagen im Raum Aachen korrekt zu migrieren. Dadurch erhalte ich seit Januar 2025 keine Abschlagszahlungen mehr für die Einspeisevergütung nach EEG. Das passiert wohlgemerkt, ohne dass die beiden Unternehmen auch nur ein einziges Wort dazu verloren oder bisher auf meine Beschwerden reagiert haben. Bei der heutigen erneuten Nachfrage bei enworNetz bzw. der nun zuständigen Regionetz GmbH erfuhr ich, dass ich nicht der Einzige bin, der keine Kohle mehr für den Solarstrom erhält, sondern das alle Kunden/Einspeiser betrifft. Der Hintergrund sei eine bisher nicht erfolgte bzw. fehlgeschlagene Migration der Kundendaten.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2025 und es sollte auch in Deutschland kein Hexenwerk sein, eine Datenbank mit Anlagendaten, Betreiber, Zählerstand und Kontoverbindung von A nach B zu kopieren. Aber bei der STAWAG/enwor oder wer auch immer in diesem neuen Konstrukt nun den Namen gibt und die Verantwortung trägt, hält man es bisher nicht einmal für nötig, innerhalb von drei Wochen auf eine Mahnung zu reagieren, geschweige denn von sich aus proaktiv auf die Probleme hinzuweisen. Das ist nicht nur Unfähigkeit bei der Digitalisierung, sondern auch im Bereich Kundenservice auf höchstem Niveau.

Man stelle sich den umgekehrten Fall vor: Ich wäre als Verbraucher nun seit drei Monaten mit meiner Abschlagszahlung für die Stromversorgung in Verzug. Was würde dann wohl passieren? Richtig: Ich stünde im Dunkeln.

Und nun sollen tatsächlich mutmaßlich Tausende Einspeiser den Netzbetreiber gerichtlich in Verzug setzen? Was das wohl kostet? Und beschleunigt das den Prozess?

Vorschlag: Als Strafe für so viel Dilettantismus sollten die Verantwortlichen die Überweisungen manuell erfassen und umgehend die ausstehenden Zahlungen veranlassen - am besten noch klassisch auf Papier.

Setzen. Sechs.

Update vom 02.04.2025: Heute war das Team der WDR Lokalzeit Aachen um Bettina Staubitz bei mir und berichtet heute (02.04.2025) in der Lokalzeit Aachen um 19:30 Uhr über den Fall (incl. Stellungnahme der STAWAG). Und heute Mittag war dann in der Briefpost ein Schreiben der Regionetz GmbH, in der mir die neuen Abschläge ab dem 07.04.2025 mitgeteilt wurden. Wenn also alles gut geht, dann kommt die Kohle zum Anfang der kommenden Woche (rückwirkend) auf mein Konto. Die Kommunikation oder gar eine Entschuldigung per E-Mail war bisher leider wieder eine Fehlanzeige. Aber man kann ja nicht alles haben...

WDR